KAUFBEUREN, 27. Oktober 2011 – Als erste und bislang einzige Klinik in Süddeutschland wird im Klinikum Kaufbeuren ein hochmodernes Verfahren zur sanften Darmspiegelung angewendet. Die sogenannte Invendoskopie, eine innovative Technologie, die quasi um die Ecke nahe Augsburg entwickelt wurde und auch dort produziert wird, wird hauptsächlich zur Früherkennung von Darmkrebs durchgeführt und erlaubt eine sowohl schonende als auch ohne Medikamente durchführbare Koloskopie. Weil es sich hier um Einmalgeräte handelt, bietet die Invendoskopie darüber hinaus eine hervorragende Hygienesicherheit.
„Zur Früherkennung von Darmkrebs aber auch zur Diagnosestellung vielfältiger Darmerkrankungen ist die Koloskopie unverzichtbar“, so Prof. Dr. Helmut Diepolder, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Kaufbeuren und Leiter des dortigen Darmzentrums. Leider sei die Untersuchung nach wie vor mit vielen Vorurteilen behaftet. Mit dem Einsatz des Invendoskops könne man diesen Vorbehalten gänzlich begegnen. „Es ist ein sehr schmerzarmes Verfahren, das fast immer ohne Schmerz- oder Schlafmittel durchgeführt werden kann“, erklärt Prof. Diepolder, „weil die hohe Flexibilität der eingesetzten Materialien sowie ein spezieller Vorschubmechanismus, wodurch auf die Darmwand praktisch kein Druck ausgeübt wird, eine sehr behutsame Untersuchung ermöglicht.“ Es sei damit auch ideal für Patienten, die nach der Untersuchung gleich wieder zur Arbeit wollen oder bei denen aufgrund anderer Erkrankungen eine Narkose ein erhöhtes Risiko darstellen würde. Selbstverständlich könnten wie beim herkömmlichen Verfahren Gewebeproben entnommen und Darmpolypen vollständig entfernt werden. Dazu Vorstandsvorsitzender Ludwig Lederle: „Wir sind sehr stolz, dass wir am Klinikum Kaufbeuren mit einem so innovativen Verfahren unseren Patienten ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit bieten können.“
Seit Mitte September wird die sanfte Darmspiegelung in der Abteilung von Prof. Diepolder angeboten. Während Privatpatienten das neue Verfahren über ihre jeweilige Versicherung abrechnen können, müssen Kassenpatienten das rund 200 Euro teure Einmalgerät aus eigener Tasche bezahlen. „Leider bezahlen die gesetzlichen Kassen diese Untersuchung derzeit nur mit der Pauschale, die auch für eine Untersuchung mit einem herkömmlichen wiederverwendbaren Koloskop gilt“, erklärt Prof. Diepolder. Dennoch sei es im Verhältnis zur virtuellen Darmspiegelung, also einer Durchleuchtung des Darms im CT als weiteres sanftes Verfahren zur Untersuchung des Darms, das ebenfalls selbst bezahlt werden müsse, eine vergleichsweise günstige Methode. Zumal bei einer Untersuchung im CT bei verdächtigem Befund keine Probe entnommen werden könne. Für welches Verfahren jedoch auch immer man sich entscheide: „Eine Sache bleibt den Patienten bei keiner Methode erspart“, so der erfahrene Chefarzt, „und das ist die meist doch recht unbeliebte Säuberung des Darms im Vorfeld.“ Das jedoch solle niemanden davon abhalten, sich rechtzeitig und regelmäßig den Untersuchungen zur Früherkennung des Darmkrebses zu unterziehen. Denn frühzeitig erkannt, sei Darmkrebs in fast allen Fällen vollständig heilbar. Durch die Erweiterung des diagnostischen Angebots sollen jetzt noch mehr Menschen im Ostallgäu für diese wichtige Vorsorgeuntersuchung gewonnen werden. Darüber hinaus gibt es aber auch schon zahlreiche Untersuchungsanfragen aus ganz Süddeutschland.
Über invendo medical GmbH
Mit Standorten in New York, U.S.A. und Kissing (nahe München), Deutschland, ist invendo medical ein führender Entwickler von Einmalendoskopie-Produkten im Bereich der Gastroenterologie, die hygienesicher sind und aufgrund einer Fernsteuerungstechnologie im Unterschied zu konventionellen Endoskopen nicht manuell durch den Anwender bewegt werden.
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